Seminar-Review: Vorstellung unterschiedlicher Methoden zur Verbesserung von Ängstlichkeit, Reaktivität und Aggressionsverhalten beim Hund (Nicole Pfaller)

Endlich mal wieder hab ich was zu reviewen, das ich richtig, richtig toll fand, und damit einen Grund, meinen Blog wiederzubeleben! Am Samstag hat Nicole Pfaller zum Thema “unterschiedlich[e] Methoden zur Verbesserung von Ängstlichkeit, Reaktivität und Aggressionsverhalten beim Hund” referiert. Ich glaube, dasselbe Seminar gibt es in absehbarer Zeit zwar nicht mehr, aber Nicole ist demnächst bei Sarina und Kenne von den Doglovers Graz zu Gast, um über BAT zu erzählen – das wird sich sicher teilweise mit dem heutigen Seminar decken. Wer also den Samstag verpasst hat, sollte sich den 5.9. freihalten!

Nicole 1

Je mehr Vortragende ich höre, desto mehr wird mir bewusst, wie schwierig es ist, die perfekte Mischung aus Grundlagenwissen (vs. wie viel man voraussetzen kann), weiterführender Information, illustrativen Beispielen/Anekdoten und praktichen Übungen zu finden. Natürlich ist diese perfekte Mischung auch für jede*n Einzelne*n im Publikum anders sein, weil jede*r ein anderes Vorwissen und andere Erwartungen mitbringt. Man kann bei sowas wohl immer nur für sich selbst sprechen. Für mich selbst kann ich jedenfalls sagen, dass Nicole am Samstag die perfekte Mischung getroffen hat. Mir war keine Minute langweilig, wenn Nicole bereits Bekanntes in ihren Worten erzählte, einen neuen Blickwinkel auf lerntheoretische Grundlagen warf, den einen oder anderen mir noch fehlenden Baustein in mein Hintergrundwissen einfügte …

Auch die Vorstellung der einzelnen Methoden, die auf die lerntheoretischen Grundlagen folgte, fand ich ausgesprochen spannend. Das, was man gemeinhin unter den Labels “Angst”, “Aggression”, “Reaktivität” etc. versteht, gehört für mich zu den spannendsten Verhaltensweisen, und ein wissenschaftlich und ethisch fundierter Umgang damit zu den wichtigsten Werkzeugen, die man in seine Werkzeugkiste packen sollte, wenn man mit Tieren arbeitet. Nachdem ich das selbst noch nicht so lange mache, freue ich mich jedes Mal, wenn Trainer*innen, die ich bewundere, ihr Wissen mit mir teilen.

Nicole hat 6 All-Around-Ansätze herausgegriffen und kurz umrissen, jeweils ein oder mehrere Videos zur praktischen Anwendung gezeigt sowie die lerntheoretische Hintergründe beleuchtet. Gerade der letzte Punkt hat mir ausgesprochen gut gefallen. Wenn ich weiß, warum das, was ich mache, wirkt, kann ich es viel bewusster einsetzen und für eine bestimmte Trainingsstrategie argumentieren. Und die Basis für das Warum, die findet sich nun mal in der Lerntheorie – und die ist an sich ja schon ausgesprochen spannend; ich könnte stundenlang darüber hören oder lesen, ohne je müde zu werden.

Nach der Analyse der Lerngesetze teilte Nicole uns jeweils ihre Einschätzung der Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden mit. Auch diesen Punkt fand ich sehr spannend – nicht zuletzt darum, weil er der Tendenz, nur eine einzige Methode für gut und richtig zu befinden, die uns leider unter Trainer*innen immer wieder begegnet, so wunderschön entgegengesetzt ist. Zu jeder der vorgestellten Methoden lassen sich Vor- und Nachteile finden, und welche ich anwende, hängt von den Umständen (Hund im Tierheim? Hund einer Privatperson? Etc.) und von den jeweiligen zwei- und vierbeinigen Klient*innen ab. Nicole fand an jeder Methode objektive Vor- und Nachteile (was nicht heißt, dass sie selbst alle Methoden anwenden würde) und betonte, dass es in der Praxis häufig zu Mischformen kommt. Tatsächlich ist das fast immer der Fall – lupenrein sind Methoden höchstens in der Theorie, und selbst dann basieren sie oft auf denselben Lerngesetzen. Es muss nicht darum gehen, die einzelnen Methoden zu ranken und zu vergleichen – sie dürfen einander durchaus ergänzen, und auch ein situationsbezogener fliegender Wechsel kann, ja soll sogar stattfinden. Und wenn wir trotz dem Dschungel an Akronymen auch noch wissen, was wir da eigentlich machen, statt einfach nur draufloszutun, sind unsere Erfolgschancen größer, unsere Erklärungen verständlicher und unsere Umsetzung fehlerfreier.

Die Ansätze, die Nicole vorstellte, waren konkret:

  1. Click and Retreat (Ian Dunbar und Suzanne Clothier)

Der Mensch geht auf den Hund zu, wirft ein Leckerli und entfernt sich sogleich wieder. Alternativ kann das Leckerli hinter den herankommenden Hund geworfen werden, sodass es der Hund ist, der sich entfernen kann.

Lerngesetzen im Hintergrund: klassische Gegenkonditionierung, DRO und R-.

Vorteile:

– Ein guter Ansatz für Hunde, die bereits über der Reizschwelle sind. Wenn mir ein bereits aufgeregt kläffender Hund begegnet, kann ich ihm ruhig ein Leckerli zuwerfen, bevor ich mich entferne.

– Click & Retreat gibt dem Hund die Möglichkeit, sich zurückzuziehen – es gibt dem Hund Kontrolle.

Nachteile:

– Nur interessant bei Angst/Aggression gegenüber Menschen.

– Aufgrund mangelnder Rückzugsmöglichkeiten für Mensch und Hund schwierig in kleinen Räumen umzusetzen (z.B. Tierheim).

  1. LAT (Look at That!, Leslie McDevitt)

Was soll ich sagen … LAT ist eins meiner Lieblingsspiele. Überhaupt bin ich ein großer Control-Unleashed-Fan und finde, dass sich fast alle von Leslies CU-Spielen nicht nur für Agilityhunde, sondern für jeden Hund eignen. Besonders das Puppy Program ist eins der tollsten Welpenbücher, die ich kenne. Also freue ich mich auch jedes Mal, wenn jemand von LAT redet! Bei LAT wird der Hund dafür geclickt, dass er den Trigger ansieht. Später wird dafür ein Signal eingeführt, und noch später clickt der Mensch dafür, dass sich der Hund zurück zu ihm orientiert.

Die Lerngesetze dahinter sind wiederum die klassische Gegenkonditionierung sowie die systematische Desensibilisierung.

Vorteile:

– Emotionale Reaktionen in schwierigen Situationen werden ins Positive verändert.

– Kann in unterschiedlichsten Situationen verwendet werden (z.B. Angst vor Hunden, Menschen, unbekannten Objekten …)

Nachteile:

– Muss unter der Reizschwelle geübt werden, um zu funktionieren.

  1. TACT (Touch Associated Clicker Training; Julie Robitaille & Emma Parsons)

 

Auch diesen Teil und die dazu gezeigten Videos fand ich sehr interessant. Von TACT hatte ich bereits gehört, mich aber noch nie damit auseinandergesetzt. Das werde ich jetzt bestimmt nachholen! Der Ansatz klingt toll, und das Workbook gefällt mir nach einem kurzen Durchblättern. Ein ganz kurz angeschnittener Aspekt, der im Video vorkam, klang besonders spannend für mich: der “secret handshake with strangers”. Ich vermute, dabei handelt es sich darum, dass dem Hund ein Kinn-Touch auf die ausgestreckte Hand beigebracht wird. Wenn ihm ein Fremder die ausgestreckte Handfläche anbietet, darf der Hund dann entscheiden, ob er sein Kinn drauflegen will (oder auch nicht), wofür er von seinem Menschen geclickt und belohnt wird. — Eine spannende Idee! Damit wird der Fremde teil einer vertrauten Struktur, und damit weniger unheimlich. Zugleich bleibt die Entscheidung zur Kontaktaufnahme beim Hund. Auch die Idee, dass der Hund bei TACT sogar an Berührungen gewöhnt wird, gefällt mir gut. Damit geht diese Methode einen Schritt weiter als viele andere.

Nicole meinte, TACT könne auf unterschiedlichste Hunde maßgeschneidert werden, verbindet Massage mit Clickertraining und enthält viele Grundlagenfähigkeiten, die im Alltag nützlich sind. Die Methode soll auch ausgezeichnet durchdacht und in vielen kleinen Schritten systematisch aufgebaut sein, wobei Elemente von LAT, Targeting, Mattentraining und Handtouch vorkommen. Wow – sehr spannend. Ich werde wohl bald mal wieder bei Tawzer bestellen müssen …

Lerntheoretische Elemente: Desensbibilsierung, Gegenkonditionierung, verbindet Massage & Verhaltenstraining.

Vorteile:

– Das Verhaltensrepertoire des Hundes wird erweitert.

– Strukturierter Aufbau. (Ich steh ja auf durchdachte Struktur im Training; Wischiwaschi-Methoden sind so gar nicht meins.)

– Viele Wiederholungen.

Nachteile:

– Kann nur für unerwünschtes Verhalten gegenüber Menschen eingesetzt werden.

– Erfordert viel Management im Alltag.

  1. Click to Calm (Emma Parsons)

ist eine der wenigen vorgestellten Methoden, bei denen der Hund nicht notwendigerweise unter der Reizschwelle bleiben muss. DRL wird angewendet, um den Hund von der unerwünschten Reaktion wegzushapen. Diese Methode hält Nicole für wenig sinnvoll und wendet sie auch selbst nicht an.

Lerntheoretische Hintergründe: operante Strategie (DRL, DRO, DRI), klassische Gegenkonditionierung.

Vorteile:

– Kann bei Aggression gegenüber Hunden und Menschen eingesetzt werden.

– Wirkt bei einem Hund, der ein guter Kandidat dafür ist, unter Umständen schnell, sofern es richtig aufgebaut wird.

Nachteile:

– Trotz allem wird das unerwünschte Verhalten verstärkt.

– Unerwünschte Verhaltensketten können entstehen.

Click to Calm habe ich vor Jahren gelesen und erinnere mich nicht an die Details. Ich weiß aber noch, dass mich etwas an dem Buch gestört hatte – es waren aber nicht die Dinge gewesen, die Nicole aufgezeigt hatte. Ein Blick ins Buch, und ich erinnere mich wieder. Es waren Absätze wie der folgende, die mich störten:

Emma Parsons

(Location 450; Click to Calm. Healing the Aggressive Dog. Parsons, Emma. Waltham: Sunshine Books, 2005. Kindle E-Book.)

Der zitierte Absatz spielt auf längst widerlegte Trainingsprinzipien an, was dem Buch einen unangenehmen Beigeschmack verleiht. Trotzdem enthält es auch Ideen – konkret eine -, die ich gern empfehle: Oft hat der Hund einen potentiellen Stressor noch gar nicht entdeckt, wenn die Reaktion seines Menschen ihn bereits in Alarmbereitschaft versetzt. Wenn es dir nicht gelingt, deine eigenen Stressreaktionen (verkrampfte Körperhaltung, beschleunigter Schritt, schnelles Atmen, plötzliches Luftholen, unwillkürliches Spannen der Leine etc.) zu unterdrücken, lehre deinen Hund in einer entspannten Situationen, dass diese deine Stresssignale Gutes für ihn bedeuten, indem du sie z.B. mit Leckerlis verknüpfst.

Auch die am Ende des Buches angeschnittene Idee, Beschwichtigungssignale unter Signal zu setzen, d.h. sie einem Hund, der Probleme im Umgang mit anderen Hunden hat, quasi wie eine Fremdsprache zu lehren, fand ich beim Lesen damals faszinierend. Um zu sagen, ob ich sie nützlich oder doch eher unangebracht finde, müsste ich mich aber erst näher damit beschäftigen.

  1. CAT (Constructional Aggression Treatment; Kellie Snider, Jesus Rosales-Ruiz)

Auch über diesen Abschnitt habe ich mich besonders gefreut: Ich kannte bisher nur diese Zusammenfassung zum Thema CAT und das Werbe-Video von Tawzer. In dem Video hätte ich, wie auch Nicole in ihrem Vortrag befand, den Hund verstärkt, sobald der Trigger auftaucht, statt zu warten, bis er bellt und dann wieder aufhört – die schriftliche Zusammenfassung fand ich aber sehr spannend und hatte darum schon länger in Betracht gezogen, mir die DVDs zu schenken: Besonders gefiel mir die Idee, dass CAT unter Umständen schneller wirken könnte als die weniger intrusiven Ansätze, mit denen ich bereits vertraut bin. Nach Nicoles Einschätzung bin ich jetzt aber davon abgekommen und werde mir wohl eher die TACT-Serie bestellen.

Und so sieht CAT in der Praxis aus: Der Klient*innenhund bleibt auf einer Position, aber der Trigger bewegt sich: Der Trigger erscheint. Bellt der Hund, passiert nichts, der Trigger bleibt. Sobald der Hund aufhört, zu bellen, verschwindet der Trigger.

Der lerntheoretische Ansatz dahinter ist also negative Verstärkung von angepasstem/ruhigem Verhalten.

Nicole meinte, sie würde niemandem empfehlen, CAT anzuwenden – es sei denn, es geht nicht andres. So könne es in Tierheimsituationen also durchaus sinnvoll sein. Das leuchtet mir so auch ein.

Vorteile:

– Wenn gut gemacht, kann es zu guten, schnellen Resultaten führen.

Nachteile:

– Nicht geeignet für Otto-Normalhundehalter.

– Muss in verschiedenen Kontexten wiederholt werden.

  1. BAT 2.0 (Behavior Adjustment Training; Grisha Stewart)

BAT ist auch eine Philosophie ganz nach meinem Geschmack: Sie enthält jede Menge Elemente, die im Alltag nützlich sind, und lehrt zugleich, auf den Hund und seine Körpersprache zu achten, um ihm jeweils die größte Kontrolle zuzugestehen, mit der er in einer bestimmten Situation zurechtkommt. Ich fand schon die 1.0-Version gut, und 2.0 gefällt mir ebenso. Die Strandanalogie ist Grisha ebenfalls sehr gut gelungen.

Screen Shot 2015-03-18 at 21.02.18

Wie dem auch sei; ich war gespannt auf Nicoles Analyse, die mir dann auch sehr gut gefallen hat:

Lerngesetze: Gestaltung der Rahmenbedingungen, Desensibilisierung, Generalisation durch natürliche Verstärkung (Erkunden der Rahmenbedingungen, Kontrolle), Signaldiskriminierung, R+, R-.

Vorteile:

– Der Hund – nicht der Mensch! – hat Kontrolle über die Trainingssituation. Das ist empowering!

– Vor dem Training am unerwünschten Verhalten werden wertvolle Kenntnisse für den Alltag aufgebaut (Leinentechnik, Körpersprache, Survival Skills für den Alltag wie Mark & Move, Find it etc.)

– Die Hunde beginnen wieder, mehr zu kommunizieren. (Ein Riesenplus!!)

Nachteile:

– Braucht viele Wiederholungen.

– Schwer verständlich für manche Halter*innen: Es ist gar nicht so leicht, den Hund nicht ständig anzusprechen, sondern ihm einfach nur zu folgen.

Ich mochte auch, dass Nicoles Vortrag kurze Videos beinhaltete – die Länge war jeweils gut gewählt und vermittelte einen kleinen Einblick in die entsprechende Technik, ohne jedoch langatmig zu werden, und machte Lust, selbstständig weiter zu recherchieren, wenn man eine gewisse Technik noch nicht kennt. Nicole wählte teils Videos der jeweiligen Trainer*innen (Grisha, Jesus Rosales-Ruiz & Kellie Snider), eigene Videos aus ihrem Trainingsalltag mit eigenen Hunden oder Kund*innenhunden, aber auch andere Videos z.B. Donna Hill, Sarah Owings oder Jennie Murphy. Gerade dieser eklektische Ansatz hat mir gut gefallen, und auch, dass die vorgestellten Videos nicht immer “perfekt” waren. Schließlich ist auch der Alltag nicht perfekt, und wenn wir uns in der Theorie noch so genau überlegen, wie unser Training ablaufen soll, ist unser Timing dann doch manchmal ungenau, die Leine zu straff, oder wir erkennen erst im Nachhinein, dass wir vielleicht früher vom Trigger hätten abdrehen sollen. Jeder Hund und jede Situation sind anders. Auch orientierten sich die einzelnen Trainingseinheiten in den Videos nicht immer “lupenrein” an einer einzigen Technik, sondern mischten verschiedenes, was die Realität sehr gut widerspiegelt.

Eine weitere Auflockerung wurde durch zwei praktische Übungen erreicht: Einerseits gab’s eine Übung zu Grishas Leinentechnik, andererseits ein Clickerspiel. Ich hatte jeweils tolle Partnerinnen, viel zu lachen und jede Menge Spaß.

Die Leinentechnikübung zeigte sehr gut, wie sanft die Einwirkung beim Slow Stop sein kann, um am Hundeende der Leine doch gefühlt zu werden. Nicole hatte für jedes Team eine Leine dabei, zeigte die Technik kurz vor, erklärte sie wirklich verständnisvoll (Grishas eigene Erklärung auf der DVD hatte ich etwas verwirrender empfunden) und gab uns dann die Möglichkeit, das Ganze in 2er-Teams auszuprobieren. Genug Zeit, um mehrmals die Rollen zu tauschen, aber nicht so viel Zeit, dass uns langweilig hätte werden können.

Die zweite Übung machte gleich noch mehr Spaß. In 3er-Teams gab es jeweils eine*n Schüler*in, eine*n Lehrer*in und eine*n Beobachter*in. Die Schüler*innen wurden aus dem Raum geschickt, während die Lehrer*innen und Beobachter*innen instruiert wurden. Ich war Schülerin, und nachdem ich wusste, dass Nicole kürzlich mit Jesus Rosales-Ruiz und Mary Hunter PORTL gespielt hatte, war ich der festen Überzeugung, dass eine komplexe Verhaltenskette auf uns zukäme.

Schließlich durften wir wieder reinkommen und fanden auf unsren Plätzen mehrere Gegenstände vor:

Nicole 2

Wir wurden in 3 10-Verstärker-Durchgängen von unseren Lehrer*innen geclickt und sollten nach dem 10. Verstärker jeweils aufschreiben, wofür wir meinten, verstärkt worden zu sein, und wie wir uns dabei gefühlt hatten – eine gut durchdachte und ausgesprochen spannende Übung, wie sich herausstellen sollte. Ich kam nach einem anregenden Gespräch über Shelties und JAD-Dogs zurück, freute mich auf die Übung, sah die Gegenstände auf meinem Platz und war bereit, damit zu interagieren. Sobald das Startsignal gegeben wurde, hob ich mit der rechten Hand den Fuchs hoch, wurde geclickt und probierte, ob es auch für das Anheben der Taschenlampe einen Click gäbe. Ja! Und was war mit dem Plastikzahn? Ebenfalls! (“Hah, ich bin so gut!”, denkt sich Chrissi und freut sich an ihrer hohen Verstärkungsrate.) Ich probierte die weiteren Gegenstände durch und begann nach den ersten 4 oder 5 Clicks, mich etwas verunsichert zu fühlen, weil ich kein System erkennen konnte. Ich erhielt eine hohe Verstärkungsrate über die ersten 10 Verstärker hinweg. Anfangs fühlte ich mich gut (yey, hohe Verstärkungsrate!), dann unsicher (alles wird geclickt? Ich erkenne kein System dahinter!) Beim zweiten 10-Verstärker-Durchgang variierte ich die Reihenfolge der Gegenstände, um rauszufinden, ob es um eine bestimmte Reihenfolge ging. Nein! Wiederum war die Verstärkungsrate hoch und ich wurde für alles geclickt, obwohl ich diesmal auch die linke Hand einsetzte und den Zahn bewusst mit der Unterseite nach oben zurücklegte. Nach einem kurzen Hochgefühl aufgrund der hohen Verstärkungsrate stieg meine Irritation weiter an, weil ich immer noch kein System erkannte. Im dritten 10-Verstärker-Durchgang gab es plötzlich keinen einzigen Click mehr, auch nicht für das, was bisher funktioniert hatte. Häh? Was bitte sollte das?! Ich war ratlos und versuchte, die einzelnen Gegenstände höher anzuheben bzw. alle gleichzeitig anzuheben – das war wohl mein Extinction Burst! – und dann wurde die Session nach 30 Sekunden beendet. Ich war mehr ratlos als frustriert, weil ich den Eindruck hatte, nicht ich als Lernende sei “schuld” daran, dass ich das System nicht erkannt hatte, sondern meine Lehrerin – ganz offensichtlich hatte sie vergessen, den Schwierigkeitsgrad zu steigern, was sie schon im Laufe der ersten 10-Verstärker-Session hätte tun sollen, weil ich ja offensichtlich so toll gewesen war und alles richtig gemacht hatte, und dann, in der dritten Session, hatte sie den Schwierigkeitsgrad plötzlich viel zu schnell gesteigert, sodass ich keine Chance mehr hatte, erfolgreich zu sein. Gutes Shaping sieht anders aus, dachte ich mir, während ich sie ausfragte, was sie denn nun eigentlich gewollt hätte. Immer noch war ich der festen Überzeugung, dass ich hätte geshapt werden sollen, und ich wollte jetzt verdammt nochmal bitte endlich wissen, was das Zielverhalten gewesen war! Erst, als meine Lehrerin und die Beobachterin mir immer noch nicht sagen wollten, worum es gegangen war, wuchs meine Frustration. Hey, ich hatte mitgespielt, hatte mich bemüht – ich hatte mir die Lösung redlich verdient, verdammt!

Endlich wurde des Rätsels Lösung verraten: Es war überhaupt nicht um Shaping gegangen, sondern darum, tatsächlich in den ersten beiden Durchgängen für alles zu clicken und im letzten für gar nichts mehr. Das hätte ich so gar nicht erwartet; nie wäre ich darauf gekommen. Ich finde es ausgesprochen spannend, dass ich dieses nicht vorhandene System nicht durchschaut hatte, ja nicht mal im Traum darauf gekommen wäre, dass es kein System dahinter geben könnte! Und fast noch spannender fand ich, wie emotional involviert ich war und wie groß mein Wunsch, endlich die Antwort zu erfahren. (Shaping is, after all, all about surfing the extinction burst …!)

Auch das Feedback der Beobachterin fand ich spannend. Sie meinte, ich sei neugierig, aufgeregt und nervös gewesen, als ich in den Raum gekommen sei, und hätte bereits einen der Gegenstände (das Papier-Ding mit dem Flugzeug drauf) angefasst, bevor die Session überhaupt losging. Dann hätte ich sofort durch Aufheben mit den Gegenständen interagiert – vehementer, als sie selbst das getan hätte. Sie konnte sowohl meine Freude über die hohe Verstärkungsrate als auch meine Ratlosigkeit beobachten. Beim ersten Durchgang schaute ich noch auf die Gegenstände, beim zweiten dann zwischen Gegenständen und Lehrerin hin und her (Gibt mir ihre Körpersprache einen besseren Hinweis als der Click?), und beim dritten Durchgang schaute ich nur noch die Lehrerin an. Bereits nach fünf Sekunden ohne Click machte ich ein enttäuschtes Geräusch und hob die Gegenstände höher an, bzw. mehrere zusammen. Meine Beobachterin fand meine deutliche Enttäuschung nach bereits 5 Sekunden bemerkenswert.

Was mich besonders amüsiert: Ich sehe jede Menge Parallelen dazu, was ich in meinem Pudel beobachte, wenn ich sie zu selten clicke: Ihr “What-the-fuck-give-me-a-hint-mum! Any-hint-will-do!” ist ein forderndes Schnappen in die Luft bzw. Klappern mit den Zähnen. Und genau wie ich ist sie mit Feuereifer bei der Sache, wenn die Verstärkungsrate hoch ist, wirkt aber ebenfalls irritiert bzw. hört schließlich auf, zu experimentieren, wenn ich zu lange bei denselben Kriterien bleibe. Erst nach diesem Spiel wird mir jetzt ganz deutlich klar, was ich vor ein paar Monaten in Phoebe beobachtet habe, während ich Sue Ailsbys Shaping-Kurs besuchte. Ich nehme wohl an, ich löse manchmal ganz ähnliche Gefühle in meinem weißen Flauschtier aus wie meine Lehrerin am Samstag in mir. Ich bin meinem Hund wirklich ausgesprochen ähnlich: hochmotiviert, aber mit geringer Frustrationstoleranz!

Die Implikationen dieses Spiels sind faszinierend:

Wird zu lange dasselbe verstärkt, führt das zu Verwirrung, und wird nichts verstärkt, resultiert das in Frustration. Zweiteres war mir bewusst – ersteres nicht wirklich! Auch kommt das, was wir zu verstärken glauben, oft gar nicht so beim Lerner an. In einer anderen Gruppe war die Schülerin zum Beispiel der festen Überzeugung, bereits im ersten Durchgang würde nur bestimmtes Verhalten ihrerseits verstärkt. Extrem spannend. Ich glaube auch, wenn man so etwas selbst ausprobiert, ist die Wahrscheinlichkeit, es auch beim Hundetraining im Hinterkopf zu behalten, größer, als wenn man sich damit nur in der Theorie auseinandersetzt. Das war ein ausgesprochen gut organisiertes und kurzweiliges Spiel – danke, Nicole!

Anfang und Ende des Vortrags bildeten einen schönen philosophischen Rahmen für den Mittelteil. Nicole hatte uns zu Beginn daran erinnert, dass agonistisches Verhalten ein ganz natürlicher Teil des Ausdrucksverhaltens unserer vierbeinigen Freunde ist und wir im Grunde froh sind, dass unser Hund in der Lage ist, uns mitzuteilen, wenn ihm etwas zu viel wird. Ein wichtiger Gedanke, den man nur zu leicht vergisst!

Nach dem vermeintlichen Shaping-Spiel griff Nicole diesen rosa Faden wieder auf, indem sie uns ins Gedächtnis rief: “Der Organismus der Lerner hat immer recht” – er kann mit seiner Lernerfahrung in jeder Situation nur jeweils so reagieren, wie er das eben tut. Folglich kann es gar “kein ‘abnormales’ Verhalten [geben].” 

 

Das ist nicht nur wissenschaftlich gesehen wichtig, sondern auch ethisch gesehen: Solange wir im Gedächtnis behalten, dass ein Tier immer genau das Verhalten zeigt, das es in einer Situation zeigen kann bzw. muss, gibt es keinen Grund, uns über das Tier zu ärgern – allerhöchstens über uns selbst, weil wir ihm nicht verständlich genug erklärt haben, was wir von ihm wollen.

Auch die beiden anderen Rahmen, die Nicole zu Beginn ihres Vortrags gezogen hatte, schlossen sich am Ende wieder: Erst gab es eine kurze Zusammenfassung, die sich auf die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Methoden konzentrierte und unter anderem betonte,

– dass das Ziel jeder einzelnen Methode sei, die Lebensqualität der Lerner*innen zu verbessern,

– dass sie alle nicht nur am Problem trainieren, sondern auch wertvolle Alltags-Fertigkeiten aufbauen,

– mit gestellten Set-Ups arbeiten

– und mit zwei Ausnahmen (Click to Calm und CAT) Wert darauf legen, unter der Reizschwelle zu bleiben,

– dass sie alle eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen

– und, was ebenso wichtig ist, dass die verschiedenen Ansätze in der Praxis verschwimmen.

Auch diese Schlussbemerkung gefiel mir sehr, weil sie wiederum dem Methodenkrieg, der sich – zumindest im deutschsprachigen Raum – immer wieder abzeichnet, entgegensteht und zeigt, dass es nicht nur vertretbar, sondern sogar wünschenswert ist, sich umfassend fortzubilden und aus verschiedensten Ansätzen für die Praxis eben das herauszuholen, was für einen speziellen Fall am besten passt.

Die letzte Klammer, die Nicole am Ende schloss, ist die allerschönste: Ganz am Anfang hatte sie bereits erwähnt, dass eines der Ziele ihres Vortrags “die Verbreitung tierschutzgerechten Trainings auf Basis wissenschaftlicher Konzepte” sei. Hach, ja! Genau darum sollte es doch in allem gehen, was wir machen! Nicht darum, das eigene Wissen geheimzuhalten, nicht darum, sich zu ärgern, wenn jemand eine unserer Ideen umsetzt, sondern darum, den gemeinsamen Pool an Wissen und ethischen Trainingskonzepten zu vergrößern, indem wir Wissen weitergeben und teilen und damit – wie auch die einzelnen vorgestellten Methoden – die Qualität unseres Trainings erhöhen. Ich mag diesen Gedanken wirklich gerne. Ich glaube, dass unsere Gesellschaft umso freier und humaner wird, je mehr Zugang jede*r Einzelne zu Bildung hat und je größer unser kollektiver Wissensschatz wird – nicht nur, aber auch im Hundetraining. Wissen wird nicht weniger, wenn man es teilt, sondern mehr. Praktische Erfahrungen muss ohnehin jeder für sich selbst sammeln.

Noch ein wunderschönes Nebenbei-Statement von Nicole würde ich gern erwähnen, weil mir auch das sehr gut gefällt und ebenfalls einem Trend entgegensteht: dem Unterschätzen der Hundehalter*innen. Ist das ein Trend im deutschsprachigen bzw. europäischen Raum, oder ist es ein allgemeiner? Zumindest in den Online-Communities, denen ich angehöre, habe ich mitunter den Eindruck, dass der englischsprachige bzw. US-amerikansiche Raum respektvoller mit Hundehalter*innen umgeht als der unsrige. Es scheint, dass manche Techniken darum abgelehnt werden, weil Trainer*innen davon ausgehen, dass Hundehalter*innen diese Techniken nicht verstehen oder falsch umsetzen würden. Für mich impliziert eine solche Einstellung, dass der oder die durchschnittliche Hundehalter*in “dumm” sei – jedenfalls dümmer als die oder der Trainer*in, die die entsprechende Methode schließlich auch verstanden hat.

Nicole begegnete einem entsprechenden Kommentar aus dem Publikum, indem sie überzeugt erklärte, dass ihrer Erfahrung nach Hundehalter*innen sehr wohl in der Lage seien, das Kleingedruckte der Körpersprache lesen zu lernen. Das finde ich schön, und ich teile ihre Meinung da auf jeden Fall. Ich gehe davon aus, dass die meisten dazu in der Lage sind, all das zu lernen, was ich selbst weiß; schließlich bin ich nicht klüger oder irgendwie “besser” als meine Mitmenschen, sondern habe höchstens ein kleines bisschen mehr Erfahrung oder Wissen in Bezug auf Fachgebiet A, während mein Mitmensch wiederum mehr Erfahrung oder Wissen in Bezug auf Fachgebiet B mitbringt. Und genauso, wie ich davon ausgehe, dass ich eine Expertin in Fachgebiet B werden könnte, wenn ich das wollte oder es nötig werden sollte, gehe ich auch davon aus, dass jeder meiner Mitmenschen ein*e Expert*in in Fachgebiet A werden kann, wenn er will oder muss. Genau wie unsere Hunde sind wir Menschen nämlich richtig gut darin, uns anzupassen und Neues zu lernen, sofern wir auf eine entsprechende Verstärkungsgeschichte zurückblicken. Und genau wie es nicht die Schuld des Organismus Hund ist, wenn er ein Trainingsziel nicht erreicht, sondern wir es verständlicher oder schlicht noch einmal erklären sollten, ist es nicht die Schuld des Organismus Mitmensch, wenn er eine Trainingsmethode nicht versteht – vielleicht sollten wir uns einfach nochmal gemütlich zusammensetzen, zuhören, auf Fragen eingehen und Unklarheiten beseitigen, ohne uns angegriffen zu fühlen.

Auch dieses respektvolle Eingehen auf Fragen und abweichende Meinungen – und auch das ist etwas, das ich umso mehr zu schätzen weiß, je mehr Vortragende mir begegnen – ist Nicole am Samstag ganz ausgezeichnet gelungen. Sie hat das Publikum zur Mitarbeit aufgefordert und sich offen auf Fragen eingelassen. Schön finde ich das – so schön. Denn, und das vergessen wir leider auch viel zu leicht: Nicht  nur unsere Hunde, sondern auch unsere Mitmenschen profitieren von Empowerment.

Danke also, Nicole, für einen inspirierenden Tag!

Fränkies Trainingstagebuch, Teil 4

Trennungsangst

 

Wieder war Fränkie 3 Tage bei uns, vom 9. bis zum 11.12. Wir haben uns weiterhin aufs Alleinebleiben konzentriert. Ab Minute 19 habe ich in 5-Minuten-Schritten gesteigert, und ab Minute 29 in 10-Minuten-Schritten. Am Tag 3 haben wir 50 Minuten erreicht! WOW, Fränkie rocks!

 

Eigentlich wollte ich Besuch zum Gegenkonditionieren des Ressourcenverteidigungsverhaltens einladen, aber die Arbeit ist mir dazwischengekommen. Darum gab’s stattdessen:

 

Trigger-Hunting und heimliches LAT spielen!

 

Trigger-Hunting ist unser neues Lieblingsspiel. Wir (also Fränkie, Phoebe und ich) haben uns ins Auto gesetzt und das Viertel nach Fränkies Triggern abgesucht. Nr. 1: Ein großer, alter, schwarzer Hund mit grauem Kopf und Herrchen. Fränkie und ich haben ihn zweimal aus ca. 30m Entfernung bespielt, beide Male von hinten, sodass er sich als zusätzliche funktionelle Belohnung von uns entfernt hat. Nr. 2: ein Doggenwelpe, der mit Mann und Kind an einer Straßenecke stand. Wir haben uns nach einige C/Ts aus ca. 30m Entfernung, als Fränkie begonnen hat, Sitz anzubieten, als zusätzliche funktionale Verstärkung entfernt. Nr. 3: Ein blonder Schäfer/Labimix mit Frau. Wir haben ihn von der gegenüberliegenden Straßenseite aus bespielt, während er erst näher gekommen ist und sich dann wieder entfernt hat. Nr. 4.: Ein Chihuahua, der uns mit Mann auf unsrer Gehsteigseite entgegengekommen ist. Wir sind auf die Straße ausgewichen und haben von dort aus LAT gespielt.

 

 

Fazit: Ein perfektes Spiel für Fränkie; ich bin stolz auf ihn und mich. Er hat die Regeln sehr schnell begriffen und arbeitet gern für Goudawürfel. Wenn er weiß, was er zu tun hat, ist bereits jetzt eine geringe Entfernung (eine Straßenbreite) möglich. Es ist wirklich klar: Fränkies Leinenaggression liegt daran, dass er an der Leine gehen noch nicht lange kennt und ganz einfach nicht wusste, wie hund sich an der Leine gegenüber anderen Hunden verhält. Da wird zwar noch einiges an Arbeit reinfließen, aber ich bin zuversichtlich, dass Fränkies Leinenaggression mit Zeit, Geduld und LAT “heilbar” ist.

 

Fränkie & Fanta

 

Fränkie und Fanta kommen mittlerweile bereits gut miteinander aus. Sie liegen regelmäßig nebeneinander auf der Bank, und Fanta lässt sich von Fränkie manchmal zum Laufen motivieren. Alle drei schlafen problemlos bei mir im Schlafzimmer (das ging bei Fränkies vorherigen Besuchen noch nicht), und Fränkie zeigt, solange nur ich da bin, kein Ressourcenverteidigungs- (bzw. “Eifersuchts-“)verhalten gegenüber Fanta. Das bewusste Gegenkonditionieren bisher zeigt seine Wirkung – nun entsteht sogar Sympathie zwischen den beiden.

 

Hausaufgaben

 

Fränkies Mensch wird weiter mit ihm am Alleinebleiben arbeiten. Bis zu unserem nächsten Treffen will sie 30 Minuten außer Sicht in der Wohnung schaffen. (Derzeit ist sie bei 10.) Dazu wird sie auch verstärkt am Öffnen und Schließen der Eingangstür in Jacke und Schuhen arbeiten. Ich habe ihr den Tipp gegeben, daran zu arbeiten, nachdem sie spazieren war und wenn Fränkie müde ist. Sollte er dabei ganz ruhig bleiben, wird sie auch mal einen Schritt raus- und wieder reinmachen.

 

Auch Tipps für den Besuch bei der Familie und dem Hund der Mutter hat sie mit auf den Weg bekommen. Wir drücken Fränkie die Daumen, dass er das Familien-Wochenende gut meistert!

Neuropsychological foundations of CU training

CU works wonders to not only ease the life of overnoticers, overreactive or anxious dogs, it also provides a foundation for every single working or family dog out there. CU trainers stress that attention is a skill that can and should be taught separate from other tasks. Attention, focus and the ability to calm herself down are key skills that help a dog navigate her life – be it as a performance dog, a family pet or a dog adjusting to life in a big and busy city, to mention but a few.Anyone who has tried CU on their dog will agree that It works. But why does it work? Knowing about the underlying neuropsychological procedures will help you understand why CU training is so effective and enable you to design your very own tailor-made CU exercises for your dog rather than just following “recipes” developed by others. Furthermore, I hope that this article will show that CU is not just a fuzzy hit-and-miss training philosophy that will work for some dogs but not for others. Rather, it gives you and your dog a toolbox to influence your dog’s neuropsychological wiring, so to speak, in ways that make it easier for her to cope with the environment. And last but not least, it may help you to better understand your dog.
Neuropsychological implications of the threshold
CU devotees know to always work below threshold, that is to say to lower criteria to a point where we can be sure our dog will succeed, and to avoid causing over-arousal. For example, when working with a dog-reactive dog, we’ll keep our distance to other dogs. Rather than “flooding” him with the company of another dog, we’ll stay at a distance where he’s not worried. Depending on the individual, that may be the length of a soccer field, across the street, ten meters or two meters. For a dog suffering from separation anxiety, this means we wouldn’t leave her alone any longer than she’s comfortable being alone. Depending on the individual, that might mean 30 seconds, 2 minutes, 10 minutes or two hours. 
The threshold is the point where a dog overreacts – e.g. the distance where where the dog-reactive dog starts lunging, jumping into the leash and barking, or the time after which a dog suffering from separation anxiety starts getting worried and working herself up.
We can look at the threshold as the frontier separating “thinking brain” from “instinct brain”, or as the line separating cognition from emotion. Below threshold, the actions are controlled by reflection and conscious decisions. Over threshold, the emotions take over and reactions are automatic rather than deliberate. Whether an action is based on cognition or emotion depends on whether it is dominated by the cerebral cortex or an area of the limbic system called the amygdala. Both cerebral cortex and limbic system deal with environmental stimuli and work together when causing the release of hormones and neurotransmitters that generate a response. However, they are inversely proportional: the more active the cerebral cortex, the less active is the limbic system, and vice versa. Depending on which area dominates the reaction, we either get a predominantly cognitive response (limbic system is dominant) or an emotional response (amygdala is dominant). That is to say, when we work below threshold, the cerebral cortex dominates behavior and we get a deliberate response; when working over threshold, the amygdala is dominant and we get an overreactive response.
These are important points to consider in dog training. Working below threshold, a dog will be able to take in and process information, learn new things and pay attention. Because his actions are dictated by the cerebral cortex, he’s in a receptive state of mind; an ideal training condition and, moreover, a state of mind that lets your dog relax and be comfortable.
On the other hand, a dog who’s over threshold is subject to behavior triggered by the amygdala. His responses to environmental stimuli will be emotional, indeliberate and unreflected. In this state of mind, it is neurologically impossible for a dog to think clearly, to process information “objectively” and to take in new tasks. A disobedient dog over threshold isn’t stubborn; rather, his brain and hence behavior are dominated by the amygdala, while the cognitive cerebral cortex is blocked. Rather than getting mad at her for failing to listen to your cues in a distracting environment, you should ask yourself how you can change the environment/lower criteria in order to enable your dog to get back in a cerebral cortex state of mind and succeed.
Acute stress causes high activity in the amygdala. The dog’s body prepares for fight/flight/freeze/flirt, and training, attention or obedience become neurologically impossible. This is why the common practice among dog trainers to ask a dog to perform among all kinds of conditions in all kinds of situations from the beginning is counterproductive and doesn’t tend to work. Effective training starts well below threshold and only gently and slowly raises criteria. With mutual trust and practice, the threshold recedes. You may then raise criteria at the same speed the threshold withdraws, but never cross it.
2. Why targeting lets your dog stay in “thinking brain”
What do you do if your dog is reactive in a situation you can’t or don’t want to avoid? How do you get her threshold to recede without flooding (1) her with stressful experiences?
Leslie McDevitt suggests targeting in order to get your dog to focus and make it easier for him to stay in his “thinking brain” in a distracting or stressful environment. In this context, targeting means turning environmental stimuli into cues. This could be tactile targets such as getting out of the car and (A) targeting the door to the training facility, then (2) targeting the dog’s crate, and then (4) targeting her mat etc. With the help of intermediate targets, a seemingly long and distracting path is broken down into little steps that are easier for the dog (or human) to take.
The targets could also be visual, such as using scary things as a cue to play the “Look at That” game and earn treats.
Indeed, by means of targeting strategies, overreactive dogs are more likely to stay calm. Neuropsychologically speaking, why is that?
If a dog’s attention and focus are held by a well-known game, the cerebral cortex dominates his response. As mentioned above, cerebral cortex and limbic system are inversely proportional, and the activity of the limbic system is kept low when your dog operates from his “thinking brain”. Keeping the cerebral cortex going in stressful situations helps your dog to cope with them rather than going over threshold. Targeting games are a very effective way to accomplish this: the distracting environment itself provides the cues for the cerebral-cortex dominated behavior, and the more you practice, the more you accelerate calm default behavior. 
An example: Phoebe knows hand-targeting. If we’re about to cross a busy street, she sometimes gets excited and wants to chase cars: for her, the cars are a trigger causing action in the amygdala. One strategy I use for dealing with this is that I ask her to target my hand with her mouth while we’re waiting for the pedestrian light to turn green: touch my hand on the floor, in the air, next to you, behind you. Phoebe likes the touch game, and it keeps her focused on me rather than the traffic. Also, the more often I play the touch game with her in this situation, the more she’ll get used to not lunging towards the cars. While focusing on my hand, she peripherally takes in the traffic without getting emotionally glued to it, and while this experience is repeated every time we play the touch game near a busy street, she gets desensitized to the traffic trigger. Nota bene: in behavioral therapy, desensitizing only works as long as you stay below threshold!
(1) Check back soon for an article about why flooding is not an ideal way to deal with reactivity or anxiety in dogs.

How-to: Wie man einem Hund beibringt, seinen Maulkorb zu lieben.

image

Hinweis: In meinen Tipps gehe ich besonders auf sensible Hunde ein. Das heißt, bei mir wird kein Hund überfordert – weder physisch noch psychisch. Wie schnell von einem Übungsschritt zum nächsten übgergegangen werden kann, hängt vom individuellen Hund ab. Manche Hunde können innerhalb weniger Tage zum Maulkorb-Profi graduieren, andere brauchen mehrere Wochen oder länger. Beides ist okay: Es gibt keine Patentrezepte für die Hundeerziehung. Jeder Hund ist anders, und um ihm das schönstmögliche Leben zu ermöglichen, wollen wir ihn als Individuum kennenlernen und auf seine individuellen Bedürfnisse eingehen.
 
Wichtig für diese Übung: Bevor wir mit dem Maulkorb-Training beginnen, sollte Ihr Welpe (oder erwachsener Hund) Sie kennen und Ihnen vertrauen.
 

Frau Phoebe Flausch liebt ihren Maulkorb. Maulkorb bedeutet nämlich, dass es was ganz besonders Leckeres gibt. Und außerdem stört der Maulkorb nicht sehr; es handelt sich um einen in der Größe und für lange Pudelschnauzen passenden und zudem sehr leichten Windhund-Maulkorb. Und so soll das Tragen von Maulkörben sein: problemlos und stressfrei für den Hund und seinen Menschen.

Warum ist das Gewöhnen an einen Maulkorb wichtig?
In Wien gilt auf öffentlichen Plätzen Maulkorb- oder Leinenpflicht. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maulkorb- und Leinenpflicht. Für hundeführerscheinpflichtige Hunde gilt bis zum Ablegen des Hundeführerscheins im öffentlichen Raum in Wien überall Maulkorb- und Leinenpflicht. Um einem Hund in Wien (und vielen anderen Städten) die größtmögliche Freiheit zu schenken, sollte er daher mit dem Tragen seines Maulkorbs vertraut sein.
Hier ein Spiel, mit dessen Hilfe auch Sie zu einem vierbeinigen Maulkorb-Fan kommen und dabei täglich nur wenige Minuten Übungszeit investieren müssen.
1. Die eigene Einstellung:
(I) Maulkörb-Übungen sind keine lästige Pflicht, sondern ein Spiel mit Spaß-Faktor!
(II) Ein Hund mit Maulkorb ist nicht arm; er ist einfach stadtfein herausgeputzt – darum wähle ich neonfarbene Maulkörbe. Der Maulkorb für den Hund, die Farbe ist für mich und für alle Passanten, die sich vor Hunden fürchten: Vor einem großen Vierbeiner in leuchtend pinkem Schnauzen-Dress fürchtet mensch sich weniger als vor demselben Hund im schwarzen Maulkorb.
2. Wählen Sie den passenden Maulkorb für die Schnauze Ihres Hundes! Ein passender Maulkorb ist leicht, scheuert nicht an der Schnauze und lässt dem Hund Freiheit zum Hecheln und Trinken. Im Zoofachhandel kann man den Maulkorb mit dem eigenen Hund anprobieren; Online-Versandhändler wie sofahund.at (der Maulkorb-Dealer unserer Wahl) haben eine große Auswahl, kennen sich aus und beraten gern zur Wahl des richtigen Maulkorbs für die Schnauze Ihres Hundes.
3. Ein paar Tage, nachdem Ihr Welpe oder erwachsener Hund bei Ihnen eingezogen ist, sollten Sie bereits mit dem Maulkorb-Spiel beginnen. Packen Sie den neuen Maulkorb in der gewohnten Umgebung Ihres Hundes (z.B. Wohnzimmer) aus, bewundern Sie ihn von allen Seiten und spielen Sie Hard-to-Get, bis das Interesse Ihres Welpen (oder erwachsenen Hundes) geweckt ist. Lassen Sie ihn den Korb von allen Seiten beschnuppern und verstecken Sie ihn dann wieder hinterm Rücken.
4. Schmieren Sie ein wenig Hunde-Leberpastete, Hunde-Lachscreme (gibt’s beides im Zoofachhandel in Tuben), Erdnussbutter, Joghurt o.Ä. vorne unten in den Maulkorb. Halten Sie den Maulkorb und lassen Sie Ihren Hund seine Schnauze hineinstecken, um die Leckereien herauszuschlecken. Freuen Sie sich über Ihren mutigen, schönen, tapferen, tollen Vierbeiner und loben Sie ihn überschwänglich! Wichtig: Dabei wird der Maulkorb nicht zugemacht! Die Riemen bleiben offen! Sobald ihr Hund den Korb ausgeschleckt hat und die Schnauze herauszieht, loben Sie ihn ausführlich und verstecken den Maulkorb wieder, während Ihr Hund damit noch weiter spielen möchte.
5. Dasselbe Spiel nochmal am nächsten Tag, ebenfalls im Wohnzimmer.
6. Ebenso am übernächsten Tag. Wiederholen Sie die Übung, bis Ihr Hund allein beim Anblick des Maulkorbes Vorfreude verspürt, und hören Sie immer auf, während er noch weiterarbeiten möchte. Wir bleiben zu diesem Zeitpunkt immer in der gewohnten Umgebung, etwa im Wohnzimmer.
7. Ist die Freude beim Anblick des Maulkorbs bereits groß, erhöhen wir erstmals den Schwierigkeitsgrad des Spiels: Nun lassen wir den Vierbeiner seinen Kopf in den Korb stecken und füttern dabei mit der Lachscreme- oder Leberpasteten-Tube von außen durch den Maulkorb. Dabei sind wir immer noch im Wohnzimmer. So wird einerseits die Zeit, die der Hund die Schnauze im Maulkorb hält, von einigen Sekunden auf einige Sekunden mehr erhöht, und es ergeben sich nach jedem Schlecken kurze Intervalle, in denen der Hund die Leberpasteten-Tube durch den Korb zwar riecht, aber mit dem Schlecken warten muss, bis Sie wieder mehr herausgedrückt haben. Während der Hund noch Lust auf mehr hat, verstecken wir Maulkorb und Leberpaste wieder, loben und spielen ausführlich mit unserem schönen, mutigen, allerbesten, im Schnauzen-Dress ganz wunderbar aussehenden Vierbeiner und erzählen ihm in vielen Worten, wie toll er die Übung gemeistert hat!
8. Auch diesen Schritt wiederholen Sie am nächsten Tag, bis der Hund große Freude, Selbstsicherheit und Selbstverständlichkeit dabei zeigt.
9. Erneut erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad des Spiels: Immer noch befinden wir uns im Wohnzimmer. Diesmal legen wir erstmals zusätzlich den Riemen über den Nacken des Hundes, ohne ihn aber zu schließen. Ihr Hund spürt, dass sich in seinem Nacken etwas tut, und lernt, dass es sich nicht um eine Bedrohung handelt.
Manchen Welpen oder Hunden, die Sie aus schlechten Bedingungen übernommen haben, sind Berührungen im Nacken (oder am Rücken) unangenehm, weil sie nicht sehen, was dort vor sich geht. Respektieren Sie die Sensibilität Ihres Hundes. Seien Sie geduldig. Ihr Hund bestimmt, wie schnell sie die Kriterien erhöhen. Arbeiten Sie immer “sub-threashold”, d.h. unterhalb der Reizschwelle: gehen Sie nur so weit, wie Ihrem Hund angenehm ist. Zieht sich Ihr Hund zurück oder wirkt verkrampft, sind Sie zu schnell vorgegangen! Entschuldigen Sie sich. Machen Sie das Spiel leichter, bevor sie die Kriterien wieder ganz langsam erhöhen.
Haben Sie einen berührungssensiblen Hund, arbeiten Sie erst – ganz unabhängig vom Maulkorb-Spiel! – am Berühren am ganzen Körper. Massagen helfen, das Vertrauen und die Bindung zu stärken. Erst, wenn Ihr Welpe oder Hund sich gern berühren lässt, ist es an der Zeit, den Maulkorb-Riemen (ohne ihn zu schließen) über den Nacken des Hundes zu legen.
10. Auch diesen Schritt im Wohnzimmer wiederholen, solange er nötig ist. Dabei viel loben und durch den Maulkorb füttern: Sie haben den schönsten, tollsten, klügsten Hund der Welt! Das sollten Sie ihm bei dieser Gelegenheit wortreich und mit großem Stolz versichern.
11. Genießt der Hund diesen Teil des Spiels in vollen Zügen und komplett entspannt, berühren Sie ihn dabei am Nacken, kraulen den Nacken etc. Schließlich werden Sie bald den Maulkorbriemen schließen, was mehr Berührungen am Nacken miteinschließt. Wichtig dabei: Wir sind immer noch im Wohnzimmer, und immer noch dauert die Übung höchstens eine Minute!
12. Nun sind wir bereit, den Riemen locker zu schließen und wieder zu öffnen, bevor wir die Übung beenden und ausführlich loben und spielen.
13. Funktioniert auch das problemlos und entspannt, unterbrechen wir die Fütterung kurz, gehen in ein anderes, ebenfalls vertrautes Zimmer (z.B. Schlafzimmer) und rufen unseren treuen Freund zu uns. Dort loben wir überschwänglich und setzen die Fütterung fort, bevor wir ausführlich loben und spielen.
14. Ebenfalls wiederholen; dabei nach und nach in verschiedene Zimmer und schließlich durch die ganze Wohnung gehen. Halten Sie die Intervalle, in denen Ihr Hund Ihnen folgt, ohne durch Leckereien abgelenkt zu sein, kurz, damit er nicht auf die Idee kommt, den Maulkorb abstreifen zu wollen. Auch diese Übungseinheiten finden noch ausschließlich in der Wohnung statt und sollte zwei, drei Minuten nicht überschreiten.
15. Funktioniert das problemlos, gehen Sie in den Garten und füttern und loben dort, bevor Sie den Maulkorb wieder unter großem Lob abnehmen.
16. Auch das wird wiederholt. Dann sind Sie bereit für einen Spaziergang mit Maulkorb! Wählen Sie einen dem Hund vertrauten Spazierweg, auf dem die Wahrscheinlichkeit, anderen Hunden zu begegnen, eher gering ist. Nach Möglichkeit wählen Sie eine Strecke, auf der der Hund gefahrlos ohne Leine laufen kann. Leinenführigkeit sollten Sie, wenn möglich, separat vom Maulkorbspiel üben!
Die erste Minute des Spaziergangs gehen Sie mit Maulkorb, dann wird der Hund davon befreit. Wichtig: Beim Aufsetzen des Maulkorbs erst Leberpaste on den Korb schmieren, sodass der Hund seinen Kopf freiwillig hineinsteckt und Sie den Nackenriemen nur noch schließen müssen. Zwischendurch immer wieder belohnen. Nach dem Abnehmen nochmals den Hund den Kopf in den Korb stecken und etwas schlecken, danach wieder herausziehen lassen. Der Spaziergang selbst funktioniert als Jackpot-Belohnung für den stolzen Maulkorbträger.
17. Wiederholen Sie dieses Spiel am Anfang jedes Spaziergangs. Erhöhen Sie die Zeit, die Ihr Hund den Maulkorb trägt, langsam auf drei, vier, fünf Minuten.
18. Kombinieren Sie erstmals Maulkorb und Leine (falls Sie den Spaziergang bisher nur mit Maulkorb geübt und die Leinenführigkeit separat, also ohne Maulkorb, trainiert haben – diese Taktik empfehle ich). Sollten Sie hingegen immer Mit Maulkorb UND Leine trainiert haben, lassen Sie (wenn möglich) jetzt erstmals (in vertrauter und hundesicherer Umgebung) die Leine weg, den Maulkorb aber nicht.
19. Nachdem Sie die Zeit erhöht haben, erhöhen Sie den Schwierigkeitsgrad des Spiels erneut: Erlauben Sie Ihrem Hund, mit Maulkorb einem anderen ruhigen Hund zu begegnen. Dann loben, Maulkorb abnehmen.
20. Es ist Zeit für die erste U-Bahn-Fahrt mit Maulkorb! Ich empfehle, das U-Bahn-Fahren erst separat, ohne Maulkorb, zu üben, bis Ihr Hund ein entspannter U-Bahn-Profi ist. Ja, hier besteht die Gefahr, Strafe zu zahlen. Ich halte es trotzdem so: Besonders für sensible Hunde ist es wichtig, immer nur einen Schweirigkeitsgrad gleichzeitig zu steigern: entweder das Maulkorbtragen ODER das U-Bahn-Fahren üben. Funktioniert beides problemlos, können wir die Übungen kombinieren.
21. Gratulation: Ihr Hund ist zum Maulkorb-Profi graduiert!
Das Schlecken der Leberpastete sollte beim Aufsetzen und Abnehmen des Maulkorbs immer beibehalten werden. Schließlich hat’s Ihr Vierbeiner verdient, der schönste und beste und klügste Maulkorbprofi überhaupt! So ist garantiert, dass der Maulkorb positiv konnotiert bleibt.

Auch Borderwelpe Hadley hat eine ausgesprochen positive erste Begegnung mit einem Maulkorb:

Lessons from Leslie

It’s not only dogs who profit from Leslie McDevitt’s Control Unleashed program. Her empathetic approach to stressed-out and anxious canine psyches has helped me come up with a strategy for my own life. 

I get anxious. Not in a big or dramatic kind of way. In a small way that people usually don’t know about because I’m good at hiding it. But there are times when the seeming overwhelmingness of a single work day makes me feel tense, stressed-out, scared or angry. There are days when I get up and see so much complexity in front of me that I’m tempted to either give up and go back to bed, or stress out and get nervous-frantic-high-blood-pressure-y. 
Leslie McDevitt suggests that a space or an event be broken down into several steps for reactive or nervous dogs: get out of the car. Next target: the door of the training facility. Walk to the door. This is the dog’s target; he doesn’t have to think about anything else. Next target: the dog’s crate. The dog knows his crate; he can do that. All that matters is getting from the door to the crate. Next target: get out of the crate and to the dog’s mat, which is close by. Nothing else matters in this space. Mats are familiar targets. The dog knows how to work them. He can do that, and the handler has set him up for success!
I get anxious about things that might be a human equivalent of the car-to-mat odyssee for a stressed-out, reactive border collie: I have a hard time dealing with stuff that some people might not consider a big deal. Not all the time, but every once in a while, I have a month of anxiety. Energy-consuming, tiring, scary anxiety. In times like this, I’m anxious about getting up early and doing all these millions of things that have to be done before I have to work, get anxious about the people at work and navigating them with my dog and getting back in time for my friend’s dog’s walk and work again and then there is my flatmate to deal with and getting to bed in time and, and, and …! 
Now, when it’s one of those times that I feel the anxiety creeping up on me, I tell myself to take a breath. And then I only focus on one step at a time: first goal: coffee. get up, prepare breakfast for myself and the dog. That’s easy enough; I can do that! I do it every morning. Routines can be helpful. A cup of coffee is all I need to think about, all that matters. Target met: ✓ Take a breath. Next target: drive to the park. I can do that. I can drive; it’s all that matters. I don’t need to think about the time, don’t need to listen to the radio. Just drive. I can meet that target! ✓ Take a breath. Next target: walk Phoebe. I love taking walks with my puppy. It’s relaxing, for the most part, and it fills me with energy to meet my fellow dog-walkers and share some morning smalltalk with Lola’s owner while our dogs play. I can meet that target! ✓ Take a breath. Next target: drive to the subway station. Just drive. Don’t worry about time, the radio, or work. All that matters in my space at that point is driving. I can meet that target! ✓ Take a breath. Next target: walk across a busy square with Phoebe next to me, down through the maze that is this subway station, to get to my next target: the Kagran platform. I know the way. I can do that! ✓ Take a breath. My next target is Karlsplatz. I take the subway. I’ve taken the subway before; it’s okay. I can do that! ✓ Take a breath. My next target is my classroom. Another maze of a subway station, a busy square, an elevator, a corridor. I’ve gotten up early enough so there won’t be too many people when I take this elevator and navigate the building. I’m in my classroom in time for my next target. ✓ Take a breath. Set up camp for Phoebe and me: her mat, her water, her chew-shoe. My chair, my water, my books and teacher’s utensils. ✓ Take another breath. Now, all I have to do is teach for a little while, until it’s break time. The break is my next target. Time flies since I like teaching – when I manage to get in a state where I can focus on it, on the moment rather than all the rest of the stuff that awaits me afterwards. 
 
Later, I’ve got to pick up a friend’s dog. There’s another long dog walk with two dogs – the second part of the day that really lets me relax and unwind, be in the moment. ✓ And then … more stuff. Always more stuff. But breaking it into small steps makes it doable for me. It sets me up for success. 
 
I grew up in a family who wasn’t aware of stress in children or dogs: as a child, I was expected to meet expectations I couldn’t meet and follow rules I didn’t understand, and I was repremanded for not meeting expectations and disobeying rules. The dogs in my family were raised in similar ways: with a ‘strong hand’, and with choke chains and shock collars “when necessary”.
I used to think it wasn’t okay to be scared of the everyday. I used to think the everyday was supposed to be easy, and I was supposed to thrive on it – and I used to beat up myself when I didn’t. I used to challenge myself, i.e. to flood myself with experiences: lone backpacking through Latin America, the Palestine Territories during the war, studying at an elite college in the US, human rights work in Mexico. I felt that if I had these experiences to show, I could respect myself – and so would everyone else.
Well, I still don’t thrive on the everyday, and I’m still frequently scared of it. I still don’t like long plane-rides, and I still get anxiety attacks at crowded concerts. However, something has changed in the last years: I’ve given myself permission to avoid scary situations. If I’m walking into a scary situation these days (and that can be a scary Monday, for example), I do so because I choose to. Nobody forces me to. Sometimes I can’t bear life. And I give myself permission to take the day off. Because it’s okay: the everyday is scary. It’s extremely complex, and our days are filled with demanding tasks. Everyone who gets up in the morning, has breakfast, walks their dog and goes to work is performing a string of complex social and environmental interactions that deserve everyone else’s respect! The ones who struggle with life, but still get up, walk their dogs and go to work deserve our respect even more.
What Leslie McDevitt’s book shows about performance dogs holds true for people as well: take a breath. Incorporate targeting into your everyday. Set yourself up for success!